Ein neuer Raum, der Räume öffnet

 

Wir möchten mit unserer Kinderbetreuungseinrichtung einen Raum schaffen, in dem Kinder einen achtsamen Umgang mit sich, ihrer Umwelt, den zur Verfügung stehenden Ressourcen und vor allem einen achtsamen Umgang im Miteinander erfahren und tagtäglich gemeinsam erschaffen. 

Es soll ein offener Raum entstehen – sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinne – der durch dieses gelebte Prinzip der Offenheit und Achtsamkeit den Kindern ganz neue Lern-und Erfahrungsräume und in Folge Lebensräume eröffnet. 

Dieser Grundsatz zieht sich wie ein roter Faden als Leitbild durch all unsere konzeptionellen, pädagogischen und strukturellen Überlegungen und Handlungen. 

 

Denn wie  kann ich Toleranz leben, wenn ich selbst nicht als das Individuum,
das ich bin, respektiert werde?

Wie kann ich zuhören, wenn ich selbst nie sprechen durfte? 

Wie kann ich verstehen und hinterfragen, wenn mir alles stets nur vorgesagt wurde? 

Wie kann ich selbstbestimmt sein, wenn ich nie selbsttätig sein durfte?

 

Erst wenn ich als Kind selbst, aber auch als Erziehungsberechtigte*r oder Arbeitnehmer*in als Individuum mit all meinen Eigenheiten und Besonderheiten wahrgenommen, gehört, respektiert und einbezogen werde, kann ich eben diesen Grundsatz auf meine Umwelt und meine Mitmenschen anwenden.

 

Zuallererst und in erster Linie ist unser Kindergarten ein Raum für Kinder. Wir wollen Kindern hier ihre Stimme wiedergeben und Akteure ihrer Selbst werden lassen. Durch ein offenes Raumkonzept und eine offene Grundhaltung aller Beteiligten, die kein Kind zum Schlafen, Essen oder Basteln zwingt, wollen wir Räume schaffen, die eben dies ermöglichen: Autonomie und Partizipation des Kindes selbst.

 

Als Grundlage aller methodisch-didaktischen Überlegungen und Handlungen dienen die pädagogischen Prinzipien denen wir uns verschrieben haben und die Prinzipien des Wiener Bildungsplans. Allgemein werden Bildungsinhalte ganzheitlich, situations- und kindorientiert geplant und vermittelt. Ausgangsbasis für die Planung von pädagogischen Angeboten ist somit das Kind selbst, mit all seinen/ihren Themen, Interessen und Bedürfnissen, wobei stets die Abdeckung aller Bildungsbereiche und die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lernformen des Kindes einbezogen werden. Gleichzeitig aber dürfen im Sinne der Methodenvielfalt als Potential und Bereicherungsmöglichkeit für alle Beteiligten, auch konzeptionelle oder seitens der pädagogischen Fachkräfte immer wieder neue methodische Schwerpunkte gesetzt werden. 

 

Es soll mit diesem Kindergarten also offener, lebendiger Raum geschaffen werden - ein Ort der Begegnung, ein Ort des Austausches, ein Ort der Teilhabe und ein Ort der gemeinsamen Weiterentwicklung.  Das einzelne Kind stets im Fokus stehend und maßgeblich beteiligt, als Quelle der Inspiration und Sprachrohr selbst, dessen Wohlbefinden und individuelle Entwicklung unser oberstes Ziel darstellt.